2010 "Happy Birthday" zu Weihnachten

Haigerloch/Bisingen/Rangendingen.  Nach mehrwöchigem Aufenthalt in Gambia sind Gerhard Riebock und Fritz Wiest von "Schools for Gambia" aus dem westafrikanischen Land zurückgekehrt. Sie haben uns von ihrer Reise erzählt.

Hitze und Staub, primitive Unterkünfte aber sehr freundliche und dankbare Menschen, positive Erfahrungen zu den Hilfsprojekten des Vereins "Schools for Gambia" - das sind nur einige Eindrücke, die Gerhard Riebock und Fritz Wiest aus dem westafrikanischen Land mitgebracht haben. Nach ihrer Reise in den Wochen vor Weihnachten sind sie inzwischen tatendurstig wieder zurück im hohenzollerischen Land und können viel berichten. Wer sich dafür interessiert - und wir können sagen, es lohnt sich unheimlich - der ist beim nächsten Treffen am Donnerstag, 14. Januar, 19 Uhr, im Gasthaus Miller in Engstlatt willkommen.

Uns und den HZ-Lesern haben sie schon vorab von ihren Eindrücken erzählt.

Gerhard Riebock, Vorsitzender des Vereins "Schools for Gambia" im Zollernalbkreis, fasst seine Erfahrungen der gut dreiwöchigen Reise prägnant zusammen: "Das war stressig aber schön". Ziehen wir letzteres vor: das Klima bekommt ihm, die Menschen sind überaus umgänglich und freundlich, und alles geschieht in Gesellschaft. Auch Weihnachten ist vorrangig ein geselliges Ereignis. "Wir feierten alle zusammen, Christen und Moslems, das war sehr bunt, überall war Musik zu hören" und immer wieder "Happy Birthday", was in Gambia eben für Weihnachten steht.

Diese überwältigende Freude der Menschen, trotz ihrer greifbaren Armut, fasziniert ihn, der schon seit 27 Jahren regelmäßig nach Gambia geht, immer noch. "Die Menschen leben mit dem Blick auf heute, nicht auf morgen".

Fritz Wiest, der diesmal nur eine einwöchige Stippvisite unternehmen konnte, erinnert sich an ein anderes Ereignis: die deutschen Helfer stehen an einem der Container, als ein Gambier, Lehrer von Beruf, auf sie zu tritt und eine Bitte äußert - er hätte gern, wenn möglich, eines der mitgebrachten Fahrräder, für sich und seine beiden Berufskollegen an einem armen ländlichen Schule. Und wenn es nicht zu viel ist, vielleicht einen Stuhl, denn so etwas haben sie in ihrem Klassenzimmer nicht. Um diese Bitte vorbringen zu können, ist er erst mehrere Stunden durch den Busch gelaufen, dann mit dem Buschtaxi und dem Bus nach Banjul gekommen. Dort stehen die Container, vom Militär gut bewacht, denn die Not ist groß und die gespendeten Dinge aus Deutschland, beispielsweise die gebrauchten Fahrräder oder die mechanischen Nähmaschinen sind sehr begehrt. Die Maxime muss ein - nichts wird direkt aus den Containern weggegeben, "sonst werden wir der Sache nicht mehr Herr", betont Gerhard Riebock. So hätte die Delegation aus Deutschland noch für viel mehr Räder Interessenten gefunden.

Da wird auch verständlich, dass die Verteilung der Spenden aus den Containern durchaus zum Stress werden kann. In den kleinen Ortschaften und an den bedachten Schulen wird die Übergabe der Spenden immer ein großes Ereignis, zu dem Landrat und Schulbehörde, Dorfältester und andere Honoratioren kommen und sich bedanken, umstanden von zahllosen Menschen. "Auch zwei große Container voller Hilfsgütern sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein", weiß Fritz Wiest, "der bedarf an Hilfsgütern dieser Art ist in Gambia immer noch riesig.

Dennoch sieht Gerhard Riebock schöne Fortschritte. Die von "Schools for Gambia" betreuten Projekte gedeihen, ob das die Schulküche ist oder der Schulgarten. Neuestes Projekt ist eine Vorschule, die es bislang in Kinteh Kunda nicht gab. "Wir haben hierfür beim neuen Headmaster (Rektor) großes Interesse geweckt", betont Wiest. So hat die Grundschule neue Schulmöbel erhalten, die die Beruflichen Schulen und das Wirtschaftsgymnasium Hechingen spendeten (die Vermittlung kam übrigens noch durch den vor kurzem verstorbenen Michael Bierlmeier zustande). Die älteren Möbel aus einer früheren Hilfssendung gingen weiter an 70 Kinder, die nun, ganz neu, eine Vorschule besuchen können. Damit es aber nicht nur Klassenräume und Schulmöbel, sondern auch Lehrer gibt, hat der Verein "Schools for Gambia" auch die Finanzierung von drei Lehrkräften zugesagt.

Daneben gab es aber auch Stühle und Tische für weitere Schulen in Farafenni, und es gab Nähmaschinen für die Näherinnen, die für Schüler der Patenschule, der Kinteh Kunda Lower Basics School, neue Schuluniformen nähen werden. Allein die Stoffbeschaffung dauerte Stunden und war nur in der Hauptstadt Banjul möglich. Verteilt wurden einige große Säcke Reis an besonders bedürftige Familien, die Patengelder und auch die gebrauchten Kleider aus den Containern. "Eine öffentliche Verteilung ist hier besonders wichtig," betont Fritz Wiest, damit jeder sieht, dass hier nichts in dunkle Kanäle fließt. Das aber kostet Zeit. Denn bei der Verteilung wollen viele Menschen etwas sagen, "das ist dann fast wie ein kleiner Staatsempfang". Da die Spendengelder diesmal nur für den Ersatz der besonders verschlissenen Schuluniformen der Jungen reichten, kommen die Mädchen bei der nächsten Sendung Ende des Jahres an die Reihe.

Der Einsatz des Vereins und die Hilfe für einen regelmäßigen Schulbesuch hat übrigens eine weitere Folge: es gelte das eherne Gesetz, so Fritz Wiest, dass die Mädchen solange nicht verheiratet werden, wie sie die Schule besuchen. Ohne Schulbesuch müssten sie von früher Jugend an auf den Feldern arbeiten und würden dann spätestens mit zwölf Jahren verheiratet. Das will der Verein zumindest hinauszögern: "Wir suchen daher bewusst Kinder aus, die sonst keine Chance haben zur Schule zu gehen".

Soforthilfe war hingegen mit den gebrauchten Kleidern möglich, die ebenfalls in den Containern waren. Der Monsun war in diesem Jahr besonders heftig und hat vor allem in den südlichen Landesteilen die einfachen Lehmhütten nur so weggefegt. Der Verein "Schools for Gambia" hat daher seine Kleidersammlung einem Hilfsfonds zur Verfügung gestellt, der den von dieser Katastrophe betroffenen Menschen hilft.

Info

Der Verein "Schools for Gambia" sucht nicht schon jetzt wieder alte Fahrräder, Schulmöbel, Nähmaschinen und dergleichen für die nächste Hilfssendung, sondern auch noch eine Schule aus dem Kreis, die eine Patenschaft mit ihrer Patenschule übernehmen könnte. Benötigt werden natürlich auch wieder Barspenden, denn der Transport der Container ist sehr teuer. Aber ohne Container auch keine Hilfe. Wenn Sie im Rahmen unserer Weihnachtsaktion spenden wollen, können Sie das derzeit noch tun an die Kontonummer 770400 00 bei der Sparkasse Zollernalb (BLZ: 65351260), und als Stichwort "Gambia" angeben.

 

Impressionen

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