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An einem Freitag, schon Frühmorgens um 4.15 Uhr kamen Bärbel und Gregor Weißhaar nach Haigerloch und wir fuhren gemeinsam nach Stuttgart, wo bereits Joachim Doster auf uns wartete. Nach einem Zwischenstopp in Barcelona kamen wir um 20.00 Ortszeit in Gambia an.

Dort wurden wir von Moro, unserer Kontaktperson vor Ort, erwartet. Es gelang ihm, zusätzlich vier Personen mit Gepäck in seinem Kleinwagen unterzubringen – in Europa unvorstellbar. Gegen 22.00 Uhr waren wir dann endlich im Hotel,wo uns Susanne Bitzer und ihr Ehemann Ibrahim empfangen haben..

2022 November GeldtauschAm nächsten Tag wurde dann unser weiteres Vorgehen geplant und beim Geldwechsler Euro in Dalasi umgetauscht. Unsere Schule in Fonkoi Kunda besuchten wir am Montag, die Schule in Kinteh Kunda am Dienstag

Wir hatten zu Hause bereits beschlossen, dass Fonkoi Kunda dieses Mal finanziell bevorzugt werden sollte, da seit vielen Jahren unsere Ansprechpartner in Kinteh Kunda mehr jammerten und deshalb auch mehr erhalten haben.

2022 November Fonkoi Kunda Barbel GregorIm Vergleich zu meinem Besuch vor drei Jahren sah es an den Schulen besser aus; es lag weniger Müll herum und die Klassenzimmer sahen den Umständen entsprechend gut aus. An beiden Schulen gibt es wieder neue Rektoren, und die Lehrer und Dorfkomitees zeigten sich sehr interessiert.

Erschreckend war die Behausung der jungen Lehrer in Fonkoi Kunda: zwei Lehrer teilten sich ein Bett, es gab kaum Möbel  und das Dach war löchrig. Nach dem Motto: Nur ein zufriedener Lehrer kann einen guten Unterricht abliefern, war hier dringend Abhilfe geboten. Deshalb wurden sofort genügend Betten in Auftrag gegeben und die Reparatur des Daches vergeben.

Auch diverse Verbesserungen bei der Ausstattung der Schulleiter, wie ein verschließbarer Aktenschrank, wurden initiiert.

Ansonsten waren die Wunschlisten der Schulen eher bescheiden. Wir konnten nahezu alle Punkte umsetzen.

2022 November Kinteh Kunda KinderIn Fonkoi Kunda haben wir Reis, Öl und Zwiebeln, die die Hauptnahrung darstellen, für ein halbes Jahr finanziert, und für alle Schüler je eine neue Uniform beim Schneider in Auftrag gegeben. Der Brunnen wird wieder instand gesetzt und um den kompletten Garten ein Zaun gezogen um Tiere auszusperren.

Kinteh Kunda hat für ein ganzen Jahr Lebensmittel erhalten, da wir erst hinterher erfahren haben, dass hier inzwischen gleich viele Schüler sind wie in Fonkoi Kunda. Auch für diese wurden neue Schuluniformen beauftragt. Die elektrischen Leitungen werden repariert, es gibt einige neue Schulbänke um die kaputten Stühle zu ersetzen und das Dach der Küche wird vollständig repariert, damit es in der Regenzeit nicht mehr hereinregnen kann.

Schon nach einer Woche waren wir wieder zurück im kalten Deutschland.

Es war wichtig, dass wir nach Corona wieder, wie vorher üblich, ein zweites Mal im Jahr im Land waren. Es ist unerlässlich, sich immer wieder persönlich ein Bild von der aktuellen Situation zu machen.

Die Beteiligung neuer, interessierter Mitglieder bei unseren künftigen Reisen ist wünschenswert, es ist immer gut, wenn neue Mitglieder neue Impulse setzen.

Voraussetzung ist das Bewusstsein, dass wir in eines der ärmsten Länder reisen und deshalb der Komfort nicht unbedingt europäischem Standard entspricht und dass man die nötigen Mittel hat, diese Reise zu finanzieren.

Es war wieder einmal für alle ein prägendes Erlebnis, das uns allen zeigte, dass wir - trotz der Einschränkungen in Deutschland - auf der Sonnenseite des Planten leben.

 

Karl Heinz Schweizer; Haigerloch