Februar 2002. Gerhard Riebock von „Schulen für Gambia“ bringt Gelder vor Ort. Auch diese Jahr wird wieder ein Container bepackt.

Afrika ist arm, das ist nichts Neues, daran ist man sozusagen gewöhnt. Ab und zu rücken Katastrophen wie der Vulkanausbruch im Kongo oder das Pipe-Line-Unglück in Nigeria das Bewusstsein für den Kontinent wieder stärker in den Vordergrund. Die Menschen in anderen Gebieten, die ebenfalls stetiger Hilfe bedürfen, gehen leicht unter.

In Haigerloch gibt es mehrere Institutionen, die sich der Menschen in verschiedenen Regionen Afrikas annehmen. Eine davon ist der Verein „Schulen für Gambia“, die Kinder in dem westafrikanischen Land einen Schulbesuch ermöglichen. Der Verein hatte auch beim Haigerlocher Weihnachtsmarkt einen Stand. Mit dem Erlös aus dem Verkauf und den Mitgliedsbeiträgen flog jetzt wieder Gerhard Riebock, Chef des gleichnamigen Radio- und Fernsehgeschäftes in Haigerloch in das westafrikanische Land.

Im Gepäck hat er 3000 Euro, 665 stammen aus dem Verkaufserlös beim Weihnachtsmarkt, ein schöner Erfolg, findet Gerhard Riebock. Der Rest stammt aus Mitgliederbeiträgen. Außerdem bringt er ein Mikroskop für ein Krankenhaus mit, eine Spende von privat, denn der Verein kümmert sich auch um die medizinische Grundversorgung vor Ort.

Der Verein will in diesem Jahr auch wieder einen Container in das Westafrikanische Land schicken, mit Schulmöbeln, Kleidung, Schuhen, Fahrrädern, Nähmaschinen die ohne Strom laufen, denn den gibt es dort nicht und Bettwäsche für Krankenhäuser. Auch dafür benötigt der Verein nicht nur Sachspenden, sondern auch Geld, denn einen Container zu schicken kostet 5000 Euro, erklärt Gerhard Riebock.

Inzwischen hat der Verein, der sich aus einem englischen Hauptverein, einem deutschen Verein und einem Verein in Gambia zusammensetzt, bereits vier Schulen gebaut. Dass ein Verein in Gambia existiert, hat unter anderem den Vorteil, dass dadurch Waren zollfrei eingeführt werden können. In Gambia selbst organisieren und überwachen Vereinsmitglieder den Bau der Schulen, vom Kauf des Materials bis zur Fertigstellung und Einrichtung, denn sonst, so Gerhard Riebock, ist das Geld weg – eine Mentalitätssache, die man erst verstehen lernen müsse.

Die Beiträge der Mitglieder fließen übrigens ungemindert in die Vereinsarbeit vor Ort. Gebaut wird nur im Landesinnern, wo keine Touristen hinkommen und die Menschen besonders arm sind. „Das liegt vor allem am Klima“, erklärt Riebock, dort herrschen acht Monate Trockenzeit und vier Monate Regenzeit. Alles, was für den Export dort angebaut werden kann, sind Erdnüsse. Ansonsten reicht die Fruchtbarkeit gerade für ein bisschen Mais und Hirse für den Eigenbedarf.

Schulbildung ist bekannterweise ein Weg aus der Misere, aber sie ist armen Kindern verwehrt, denn Schulbesuch, Bücher und Schuluniformen müssen bezahlt werden. Der Verein wirbt daher auch um Paten, die einem Kind für rund 100 Euro den Grundschulbesuch für ein Jahr ermöglichen.

01.02.2002